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Naturhistorica 151 (2009)

Naturhistorica 151  

Vielfalt in Niedersachsen

Wenn Sie schon immer etwas wissen wollten über

  • Temperaturkurven-Ermittlung mit Hilfe der Abfolge von Mikrofossilien in einem Bohrprofil,
  • Meereskrokodile am Lindener Berg,
  • illegal verfüllte Höhlen bei Bad Pyrmont,
  • das erfüllte Liebesleben des Aronstabs,
  • Libellen in Niedersachsen oder
  • Sklavenhalterei bei Ameisen,

sollten Sie diesen Berichtsband 151 der Naturhistorischen Gesellschaft Hannover unbedingt lesen!

 

Sie können den vollständigen Band 151 hier herunterladen (14 MB).
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Inhalt:

 

Friedrich Wilhelm Luppold

Lithologie und Biostratigraphie des Hauterivium in NW-Deutschland
Die Forschungsbohrungen Laton 1 und 2 und Tongrube Resse

Voraussetzung für diese Dokumentation bilden neben zwei Kernbohrungen (Laton 1 und 2), die auf dem Gelände der Tongrube Bodnariuk in Resse abgeteuft wurden, das Aufschlussprofil der Tongrube. Die angetroffene Tonsteinfolge wurde lithologisch aufgenommen, beprobt und anhand von Mikrofossilien (Ostrakoden, Foraminiferen) biostratigraphisch in Unter- bis Ober-Hauterivium eingestuft. Anhand der Artenverteilung der verschiedenen Mikrofossilgruppen und der Karbonatwerte lässt sich eine relative Temperaturkurve für den Grenzbereich Unter-/Ober-Hauterivium generieren. Ebenso lassen sich Temperaturabhängigkeiten bei bestimmten Ostrakoden- und Foraminiferanarten erkennen.

 

 

Eike Friedrich Rades

Meereskrokodilzähne aus dem Oberjura Hannovers
Bestandserfassung der „Sammlung Struckmann“ und ihre paläontologische Wertung

In der vorliegenden Arbeit werden Meereskrokodilzähne aus dem Oberen Jura (Kimmeridgium) der Region Hannover beschrieben. Zudem wird untersucht, ob sich unter den Zähnen der beiden bekannten Gattungen Machimosaurus und Steneosaurus noch eine dritte, bislang unbekannte Gattung und/oder Art befindet.
Die Zähne stammen aus der „Sammlung Struckmann“ des Niedersächsischen Landesmuseums Hannover. Carl Eberhard Friedrich Struckmann, der diese Sammlung Ende des 19. Jahrhunderts zusammenstellte, erwies der Paläontologie Niedersachsens damit einen großen Dienst. Die Untersuchung zeigt, dass die beiden bekannten Gattungen gut zu unterscheiden sind.

 

 

Stefan Meyer

Die Höhlen bei Hagen/Bad Pyrmont
Ihre Gefährdung durch Verfüllung

Die Brunsmeierhöhle liegt unweit östlich des kleinen Ortes Hagen/Bad Pyrmont im Landkreis Hameln-Pyrmont. Sie ist zusammen mit der Weidendoline Teil eines kleinen, aber schön versinterten „Höhlensystems“ am Rand der Ottensteiner Hochfläche. In ihrem Erscheinungsbild und der geologischen Lage im Unteren Muschelkalk, sind es einzigartige Naturphänomene im niedersächsischen Bergland. In dieser Arbeit werden die Karsterscheinungen sowie die aktuelle Situation beschrieben.

 

 

Sarah Paulmann, Ralf Stelzer & Albert Melber

Das „Blue-Sky-Luxushotel“ am Waldesboden
Feinstrukturen und Bestäuber im Blütenstand des gefleckten Aronstabs (Arum maculatum L.)

Die Untersuchung beschäftigt sich mit Struktur und Funktionsweise des Gleitkesselfallenblütenstands des Aronstabs. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die komplizierten Wechselwirkungen zwischen Pflanze,  Bestäuber und dem jeweils herrschenden Mikroklima gerichtet. Zur Klärung der Frage, welche Tierarten dem Aronstab als Bestäuber zur Verfügung stehen, wurden im stadtnahen Gebiet der Landeshauptstadt Hannover die „Fänge“ von 448 Blütenständen ausgezählt und die darin enthaltenen Arten bestimmt. Insgesamt wurden 3385 Individuen aus unterschiedlichsten Arthropodentaxa ermittelt. Durch den Vergleich zwischen 8 Standorten kommen aufgrund ihrer Häufigkeit und Stetigkeit praktisch nur die Weibchen der Schmetterlingsmücke Psychoda phalaenoides L. (Dipt.: Psychodidae) als regelmäßige Bestäuber in Frage. Die Vertreter der übrigen Arthropodentaxa sind als so genannte „Zufallsfänge“ für die Arterhaltung des Aronstabs von untergeordneter Bedeutung.

 

 

Ulrich Heink & Andreas Fischer

Die Häufigkeit und Verbreitung von Libellenarten in Niedersachsen
Auswertung des Niedersächsischen Tierartenerfassungsprogramms 1976–1995

Im Rahmen des Niedersächsischen Tierartenerfassungsprogramms werden libellenkundliche Daten systematisch gesammelt und verwaltet. Eine systematische Auswertung dieser Daten wurde bisher jedoch nicht vorgenommen. In diesem Beitrag wird anhand eines Datenbankauszugs des Tierartenerfassungsprogramms exemplarisch eine Analyse der Häufigkeit und Verbreitung von Libellenarten durchgeführt.
In Niedersachsen gibt es wenige häufige Libellenarten während der Großteil der Arten eine mittlere oder niedrige Häufigkeit erreicht. Für 24 Arten (36 %) wurden Verbreitungsschwerpunkte innerhalb von Niedersachsen statistisch nachgewiesen. Für acht dieser Arten erscheint es aufgrund der geringen absoluten Zahl der Fundraster allerdings nicht angebracht, die naturräumlichen Regionen, in denen die wenigen Vorkommen liegen, als schwerpunktmäßige Verbreitungs­gebiete zu verstehen. Für weitere drei Arten werden aufgrund ihrer ökologischen Präferenzen Verbreitungsschwerpunkte innerhalb Niedersachsens vermutet.
Insgesamt wird das Niedersächsische Tierartenerfassungsprogramm als robuste Grundlage eingeschätzt, Häufigkeit und Verbreitungsschwerpunkte von Arten festzustellen. Es kann damit eine wesentliche Grundlage für die Naturschutzarbeit (z. B. Einstufung in Roten Listen, Ermittlung der Repräsentanz) darstellen.

 

 

Holger Sonnenburg

Die Ameisenfauna der Hannoverschen Moorgeest

Die Ameisenfauna der Hannoverschen Moorgeest wurde erstmalig untersucht. Für die untersuchten Moorkomplexe können insgesamt 26 Ameisenarten angegeben werden. Die mit höherem methodischem Aufwand bearbeiteten Gebiete Helstorfer und Otternhagener Moor erwiesen sich als besonders artenreich. Das vorgefundene Artenspektrum kann als typisch für heutige nordwestdeutsche Moorlandschaften und Moor-Degenerationsstadien angesehen werden. Hervorhebenswert ist das Vorkommen der stark gefährdeten Formica picea Nyl. in allen Untersuchungsgebieten, was die Bedeutung der hochmoortypischen Erico-Sphagneten unterstreicht. Im Otternhagener Moor wurde als Rarität Harpagoxenus sublaevis (Nyl.) nachgewiesen. Die größte Artenvielfalt konnte im Bereich der trockenwarmen, lückig bewachsenen Torfdämme mit Totholzanteilen festgestellt werden, wo jedoch Hochmoorspezialisten fehlen. Somit kommt den Mooren eine Bedeutung für Ameisenarten zu, deren ökologische Ansprüche bei Moorschutzkonzepten bislang wenig Berücksichtigung fanden.

 

Naturhistorica – Berichte der Naturhistorischen Gesellschaft Hannover
Ausgabe 151
Erschienen 2009, ISSN 1868-0828.
160 Seiten, kartoniert, 17,5 x 25,4 cm.
Preis jetzt 8 € (statt bisher 17,80 €).
© Naturhistorische Gesellschaft Hannover.
Herausgegeben im Auftrag des Vorstands.
Design, Satz: Matthias Winter, vemion GbR, Hannover