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Exkursion „Von Hexen, Teufeln und romanischen Kirchen im Harzvorland bei Quedlinburg“,
11.8.2018

Der Harz war schon immer ein besonderer Raum, angefüllt mit einmaligen Naturschönheiten und geschichtsträchtigen Kulturstätten. Dorthin ging am 11. August 2018 die eintägige Busexkursion der NGH, genauer gesagt, in die nördliche Harzrandregion zwischen Thale und Quedlinburg. Erster Punkt war der sogenannte „Hexentanzplatz“, mit fantastischem Blick in das hier fast 300 m tief in das Grundgebirge des Harzes aus Granit und Schiefer eingeschnittene Tal der Bode und auf die am gegenüberliegenden Talrand liegende „Roßtrappe“. In einem Ring aus riesigen Granit-Findlingen grüßen uns auf dem Hexentanzplatz Teufel und Hexen aus Bronze, dazu viele Souvenirläden.

 

Abb. 1: Blick vom Hexentanzplatz ins Bode-Tal

Abb. 1: Blick vom Hexentanzplatz ins Bode-Tal

 

Weiter ging es zu einem der spektakulärsten geologischen Gebilde am Harzrand. Die von uns bestiegene „Teufelsmauer“ bei Neinstedt war das erste Naturschutzobjekt Deutschlands. Infolge der gebirgsbildnerischen Heraushebung des alten paläozoischen Harzblockes wurden alle jüngeren Gesteinsschichten des Mesozoikums abgetragen oder am Harznordrand steilgestellt, natürlich über Millionen Jahre hinweg. Durch spezielle Verfestigung einiger Schichtpartien und nachfolgender Erosion entstand ein landschaftsprägendes morphologisches Profil aus langgestreckten Tälern und Höhenzügen. Der sogenannte Heidelberg-Sandstein der Oberkreide zeigt sich hierbei in einer besonders eindrucksvollen 10 m hohen Mauer im Gelände, mit dazwischenliegenden Lücken, da es, der Sage nach, dem Teufel nicht gelungen war (gemäß Vertrag mit Gott), die Mauer rechtzeitig in einer Nacht fertigzustellen. Genauer gesagt: die über lange Zeit nagende Abtragung durch Wasser, Wind und Frost haben deutliche Zeichen hinterlassen. Dennoch ein immer noch imposanter Anblick!

 

Abb. 2: An der Teufelsmauer

Abb. 2: An der Teufelsmauer

 

Weiter ging es nach Gernrode. Im 10. und 11. Jahrhundert war der Harzrand das Zentrum deutscher Geschichte, so waren der erste deutsche König Heinrich I. und sein Sohn, Kaiser Otto I. prägende Gestalten dieses Landschaftsraumes. In dieser Zeit entstanden viele Kaiserpfalzen und großartige Kirchenbauten. Die schönste – und im reinsten romanischen Stil sich präsentierend – ist die Stiftskirche St. Cyriakus in Gernrode, eine Gründung des Lehensmannes von Kaiser Otto I, Graf Gero. Hier gab es die einmalige Gelegenheit, einer dort gerade stattfindenden gregorianischen Messe in deutscher Sprache zu lauschen.

 

Abb. 3: Romanische Stiftskirche in Gernrode

Abb. 3: Romanische Stiftskirche in Gernrode

 

Quedlinburg, die Kulturwelterbe-Stadt, war das nächste Ziel. Hier warten über 1000 historische Fachwerkhäuser aus mehreren Jahrhunderten auf einen Besuch, dazu der bedeutende Dom mit der Grablege von Heinrich I. Eine geführte Stadterkundung gab einen ersten Eindruck dieser herausragenden Stadt.

 

Abb. 4: Domberg von Quedlinburg

Abb. 4: Domberg von Quedlinburg

 

Den Abschluss der prall gefüllten Exkursion bildete ein geschichtsträchtiges Gebäude hoch über Gernrode. Das über viele Jahre als Einkehrstätte dienende jetzige Hotel „Stubenberg“ hat schon viele bekannte Gäste gesehen: Goethe, Eichendorff, Fontane und Bismarck, um nur einige zu nennen. Bei Kaffee, Tee und Torte und einem traumhaften Blick über das Harzvorland ging dieser erlebnisreiche Tag zu Ende.

Dank an alle Teilnehmer und an Frau Entzeroth-Ehlers für die Fotos!

Dr. Wolfgang Irrlitz

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